Naturwissenschaft trifft Chinesische Medizin

Nach meinem Studium der Chemie war ich vier Jahre lang am Botanischen Institut München in der biologischen Forschung tätig. Meine wissenschaftliche Arbeit verschaffte mir Erkenntnisse auf dem Gebiet der photodynamische Krebstherapie.  Dafür arbeitete ich auch in Israel am Weizmann-Institut und an der Universität Düsseldorf. Nach der Zeit an der Universität war ich im Außendienst eines großen pharmazeutischen Unternehmens für Produkte im Bereich: Lungenerkrankungen: chronisch obstruktive Bronchitis (COPD/Asthma); Herz-, Kreislauferkrankungen (Blutdrucksenker, Blutverdünnung); Neurologie: Parkinson; Schmerztherapeutika tätig und stand mit vielen Allgemeinmedizinern und Fachärzten im südbayrischen Raum im Austausch.

In der technisierten und modernen Welt haben sich immer mehr detaillierte Fachdisziplinen herausgebildet. Auch in der Medizin hat eine Spezialisierung auf jedem Fachgebiet stattgefunden und führt in Diagnostik und Therapie oft nur in eine symptomatische Behandlung. Der menschliche Körper ist ein komplexer Organismus, der auf äußere und innere Reize physisch, psychisch und geistig reagiert. Dabei ergeben sich oft sehr vielschichtige Beschwerdebilder, die sich  heute in chronischen Erkrankungen deutlich zeigen. 

Die Philosophie, die der chinesischen Medizin zugrunde liegt, ist das Prinzip von Yin und Yang. Zwei Gegensätze, die sich in allen Dingen, Zuständen und Naturphänomenen  finden. Yin und Yang existieren nur in Relation zueinander, wandeln sich ineinander, kontrollieren sich gegenseitig. In jedem Yin- gibt es auch einen Yang-Aspekt und umgekehrt. Yin ist das Weibliche, Ruhende, Haltende, Nährende, Organisierte, nach unten Gehende. Yang ist das Männliche, Bewegende, Dynamische, Verändernde, Zerstreute, nach oben Strebende. Dieser Gegensatz erzeugt Spannung, und zwischen den Polen beginnt Qi zu fließen. Das Absolute existiert nur am absoluten Beginn von Allem.

Der Mensch ist in dieses Weltbild als Teil des Großen Ganzen integriert. Er befindet sich zwischen Himmel und Erde und ist über die zwölf Hauptmeridiane und die acht Sondermeridiane mit dem Außen gekoppelt. Die Meridiane selbst bilden im Körper des Menschen einen durchgängigen, fließenden Kreislauf und bilden aus chinesischer Sicht, zusammen mit den ZangFu, den physiologischen (gesunden) Stoffwechsel des menschlichen Körpers.

Somit werden in der chinesischen Medizin sämtliche Zusammenhänge der menschlichen Regelkreise, eingebettet in die äußeren Gegebenheiten wie z.B. Lebensphase, Stressbelastung, Jahreszeit, etc., sowohl psychisch als auch physisch betrachtet.


Die Therapie der chinesischen Medizin steht auf den fünf Säulen: Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina, QiGong und Diätetik. Sie basiert auf beobachteten Erfahrungen, die über einen sehr langen Zeitraum (ca. 2000 Jahre) dokumentiert wurden. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich unzählige Therapiestile (Konzepte) auch in Abhängigkeit der individuellen Lebensbedingungen der Menschen im fernen Osten (bspw. politisch, geschichtlich, gesellschaftlich oder klimaabhängig) entwickelt, aus denen wir individuelle Therapien schöpfen.

Man kann die Prinzipien der westlichen Hochschulmedizin mit den oben beschriebenen Prinzipien nicht vergleichen. Die Betrachtungen kreisen allerdings um den gleichen menschlichen Organismus, daher gibt es an mancher Stelle Ansätze, die sich ein westlich denkender Mensch vorstellen kann, an anderer Stelle ergeben sich komplett neue in sich schlüssige Sichtweisen der Diagnose. Das ist die Faszination - es eröffnet sich mir ein unerschöpflicher Werkzeugkasten fernöstlicher Methoden um die westlichen hochschulmedizinischen Therapien zu begleiten.

Meine Motivation für die Tätigkeit als Heilpraktikerin ist es, die Menschen mit ihren Erkenntnissen der westliche Medizin mit bewährten Methoden der chinesischen Medizin zu behandeln. Dabei ist es mir ein Anliegen, den therapeutischen Bedarf mit den individuellen Bedürfnissen im Behandlungsplan zu berücksichtigen. Die Therapien der chinesischen Medizin unterstützen mich dabei.